Sándor Végh

Prof.
* 1912     † 1997
von 1972 bis 1994 Professor (1980 O.HProf.) für Violine, Viola und Kammermusik an der Universität Mozarteum Salzburg
seit 1987 Ehrenmitglied der Universität Mozarteum Salzburg




Sándor Végh (geb. am 17. Mai 1912 im siebenbürgischen Klausenburg (Kolozsvár), Rumänien; gest. am 7. Januar 1997 in Freilassing) war ein Dirigent und Violinist ungarischer Abstammung. Er war bekannt als einer der besten Kammermusik-Violinisten des 20. Jahrhunderts

Sándor Végh begann im Alter von 6 Jahren Klavierunterricht zu nehmen und kam 1924 an das Konservatorium in Budapest, wo er bei Jeno Hubay in Violin-Unterricht und bei Zoltán Kodály Unterricht in Komposition nahm. Sehr früh begann Végh seine Karriere als Soloviolinist und spielte 1927 eine Komposition von Richard Strauss, die von demselben auch dirigiert wurde. Im gleichen Jahr gewann er den Hubay-Preis sowie den Reményi-Preis der Konservatoriums Budapest und schloss 1930 das Konservatorium erfolgreich ab.

Nach Gründung des UNGARISCHEN TRIOS mit Ilonka Krauss und László Vencze 1931 wurde er 1933 Mitglied des UNGARISCHEN STREICHQUARTETTS, mit dem er Teil der ungarischen Uraufführung des Streichquartetts No. 5 von Béla Bartók war. 1940 verließ er das Ensembles und gründete sein eigenes Streichquartett, das VÉGH QUARTETT. Im selben Jahr wurde er Professor an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Ab 1946 ging das VÉGH QUARTETT auf internationale Konzertreisen und galt lange Zeit als eines der besten. Daneben trat Végh auch als Solist sowie im Duo mit den bedeutendsten Pianisten seiner Zeit auf. später auch als Dirigent.

Ab 1953 begann Végh zu unterrichten und leitete Meisterklassen für Violine und Kammermusik in Zermatt, Schweiz (1953 bis 1962), beim Pablo-Casals-Festival (1953 bis 1969), am Konservatorium Basel (1953 bis 1963), in Düsseldorf (1962 bis 1969) sowie an der damals Hochschule Mozarteum Salzburg (1971 bis 1964). Zeitweise übernahm er als Professor einen Lehrstuhl an der Hochschule für Musik Freiburg.

Végh gründete 1962 das Internationale Kammermusikfestival in Cervo, wo er wiederholt dirigierte, sowie 1972 das International Musicians Seminar in Prussia Cove. Er gründete das SÁNDOR VÉGH KAMMERORCHESTER, das er von 1968 bis 1971 auch dirigierte und war von 1974 bis 1977 Dirgent des MARLBORO FESTIVAL ORCHESTRA.

Ab 1978 leitete Végh die Salzburger CAMERATA ACADEMICA. Die gemeinsame Aufnahme von W.A. Mozarts Divertimentos und Serenaden gewann 1989 den Grand Prix du Disque.

Viele Jahre musizierte Végh zusammen mit dem Cellisten Pablo Casals bei den Festspielen von Prades und war mit dem Pianisten und Komponisten Béla Bartók befreundet. Als Dirigent wurde er von Sergiu Celibidache bewundert. Seit 1953 besaß er die französische Staatsbürgerschaft, lebte jedoch auch in der Schweiz, nämlich in Basel und seit 1971 in Greifensee in der Nähe von Zürich.

Mit seinem Quartett wurde Végh auch bekannt für seine Zyklen sämtlicher Quartette von Beethoven und von Bartók. Seit 1958 spielte er auf der "Paganini", einer Geige von Stradivari aus dem Jahre 1724. Zahlreiche seiner Aufnahmen wurden auf Schallplatten und CD veröffentlicht. 1960 schrieb er "Musik als Erlebnis".

Végh erhielt viele Auszeichnungen, darunter die Ernennung zum Chevalier de Légion d?honneur 1986, einen Ehrendoktortitel der Universitäten Warwick und Exter 1987 sowie die Ernennung ehrenhalber zum Commander oft he British Empire (CBE) 1988. 1987 wurde ihm die Goldene Medaille der Stadt Salzburg verliehen.

Sándor Végh verstarb nach kurzer Krankheit 1997 in Freilassing.