Hermann Regner

em.HProf. Dr.
* 1928     † 2008
von 1968 bis 1993 Professor (1974 O.HProf.) für Komposition, Orff-Schulwerk an der Universität Mozarteum Salzburg
von 1964 bis 1980 Leiter des Orff-Instituts am Mozarteum Salzburg (bis 1970 zus. m. Prof. Dr. h.c. Carl Orff und em.HProf. Wilhelm Keller)


Hermann Regner wurde am 12. 5. 1928 in Marktoberdorf (BRD) geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg, wo er die Reifeprüfung in Dirigieren und Komposition ablegte.
Sein Studium an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Ludwig Maximilian Universität in München schloss er mit der Promotion zum Dr. phil. ab.

Von 1957 bis '64 war Regner zunächst Lehrer an der Hochschule für Musikerziehung in Trossingen, BRD.
1964 wurde er an die damals Akademie Mozarteum Salzburg berufen und war seitdem dem ORFF-Institut, an dessen Aufbau er maßgeblich mitgearbeitet hat, ständig verbunden.

Seine Lehrtätigkeit führte ihn auch in die BRD, nach Japan, Brasilien, in den Iran, nach Thailand, Dänemark, Italien, Island, England, Kolumbien, Finnland, Portugal, Spanien, Hongkong, USA, Kanada, Australien, Norwegen, Ghana, Korea und auf die Philippinen.

1968 wurde er zum AO., 1974 zum O. Hochschulprof. ernannt. Daneben war Regner auch ständiger freier Mitarbeiter im Schulfunk des Bayrischen Rundfunks und Fernsehens, u.a. gestaltet er zahlreiche Sendungen zur Musikerziehung, war Fachberater und Textautor von acht 30-minütigen Filmen (ZDF) "Orff-Schulwerk in aller Welt".

Neben der Musikerziehung für Kinder im frühen Alter war die Musik in der Erwachsenenbildung und Musikerziehung durch Schulfunk und -fernsehen sein Spezialgebiet. So konzentrierte er sich trotz seiner Ausbildung als Dirigent und Komponist - er komponierte Werke für Klavier, Bläser, Schlagwerk, Chor und gemischte Besetzungen - sehr bald auf Musikpädagogik. Als Grund dafür nannte Regner die Notwendigkeit, aktive Kritik an "verkopfter" und "verspielter" Musikerziehungstradition zu üben. Er unternahm den Versuch, professionelles und Laienmusizieren, Traditionelles und Zeitgenössisches, E- und U-Musik zusammenzubringen. Seine pädagogischen Ziele waren, "allen Schülern einen lebenslang motivierenden Zugang zu Musik und Geschichte der Gegenwart zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, in ständig wechselnden, der Aufgabe und dem Schüler angepassten Verfahren Musikmachen, Musikhören und Musikdenken an Kinder und Jugendliche und Laien weiterzugeben." Für Regner sollte Musikerziehung den wechselnden Bedingungen der Gesellschaft und der Kunst aufgeschlossen bleiben, weshalb muss auch eine Relativierung der Methoden jederzeit möglich sein sollte. Dieses Bewusstsein versuchte Regner seinen Schülern zu vermitteln.

Unter seinen vielen Publikationen seien genannt:
"Die Blasinstrumente in der Jugendarbeit" (Wolfenbüttel und Zürich, Möseler Verlag) 1964;
"Hören lernen, Materialien zur Hörerziehung" (Stuttgart, Ernst Klett Verlag) 1970;
"Spiel und Erfindung" in :Die Musikschule, Bd. 3 (Mainz, B. Schott's Söhne) 1974;
"Pädagogische Musik", ebenda;
"Musikhören im Anfang" in: Musikalische Grundausbildung in der Musikschule, Lehrhandbuch (Mainz, B. Schott's Söhne) 1978.
Kompositionen brachte er vor allem bei Schott, Mainz und Möseler, Wolfenbüttel heraus.
Im Bayerischen Rundfunk/ Schulfunk gestaltete Regner fast 200 Sendungen "Zum Musikunterricht" mit.
Sein kompositorisches Werk umfasst Vokal-, Orchester- und Kammermusik, Werke für den Unterricht, für Kinder und erwachsene Amateure.

Regner leitete weltweit Lehrgänge und Seminare, u.a. in Österreich, Deutschland, Japan, Brasilien, Iran, Thailand, Dänemark, Norwegen, Italien, Island, England, Kolumbien, Ungarn und Finnland.

Professor Dr.Hermann Regner wurde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Damit wurde das Wirken Regners für die Musik und das Musikleben in Deutschland
öffentlich anerkannt. Insbesondere erwähnte die Laudatio die Arbeit für den Bayerischen Rundfunk, als Buchautor und Komponist, als Musikpädagoge und langjähriges Vorstandsmitglied der Carl Orff-Stiftung.

Am 5. Mai 1994 wurde em.Univ.Prof. Dr. Hermann Regner außerdem die goldene Ehrenmedaille der Universität Mozarteum verliehen.