Bianca Pollini-Bianchi

Prof.
* 1855     † 1947
1914 bis 1928 Professorin für Gesang an der Universität Mozarteum Salzburg

Bianca Pollini-Bianchi, wurde am 27. (28.) Januar 1855 in Heidelberg, Baden, mit dem Namen Bertha Schwarz geboren. Als Künstlernamen wählte sie Bianca Bianchi und bei ihrer Heirat nahm sie zusätzlich den Namen Pollini an. Bianca Pollini-Bianchi starb am 16. Februar 1947 in Salzburg.

Tochter eines am Mannheimer Hoftheater engagierten Schauspielerehepaares. Pollini-Bianchi (als Bertha Schwarz) trat bereits mit sieben Jahren am Heidelberger bzw. Mannheimer Theater auf. Ab 1869/70 nahm sie Gesangsunterricht bei Aurelie Wilczek in Heidelberg und trat dann in den Chor des Karlsruher Hoftheaters ein, sang aber auch bereits kleine Solorollen im Soubretten- und Koloraturfach.

Auf Veranlassung des Impresarios und Theaterunternehmers (ab 1874 Dir. des Stadttheaters Hamburg) Bernhard Pollini (den sie 1897 in München heiratete) setzte sie ihr Gesangsstudium bei Pauline Viardot-Garcia in Paris fort.

1873 bis 76 am Stadttheater Hamburg engagiert, gastierte sie 1874 (bereits unter ihrem Künstlernamen) an der Londoner Covent Garden Opera als Oscar in Verdis "Un ballo in maschera" und trat dort auch in der Folge in mehreren Saisonen auf (u. a. als Rosina in Rossinis "Il Barbiere di Siviglia", als Mathilde in "Guillaume Tell" und als Ännchen in Webers "Der Freischütz").

1877 bis 80 am Karlsbader Hoftheater engagiert, wurde sie danach an die Wiener Hofoper (Antrittsrolle Rosina im "Barbiere") verpflichtet, an der sie bereits 1878 als Armina in V. Bellinis "La Sonnambula" sehr erfolgreich aufgetreten war.

1883 schrieb Johann Strauß für sie den "Frühlingsstimmen-Walzer", op. 410, den sie selbst im Theater a. d. Wien zur Uraufführung brachte und danach öfter in Opern als Einlage sang.

1887 verließ Pollini-Bianchi die Wiener Hofoper ohne an sie wiederzukehren, und gehörte bis 1889 (dann wieder 1895 bis 98) der Münchner, 1889 bis 95 der Budapester Hofoper sowie 1898 bis 1901 dem Stadttheater Hamburg an.

Die technisch hervorragende Koloratursopranistin, zu deren hervorragendsten Rollen u. a. noch Konstanze in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", Violetta in Verdis "La Traviata", Gilda in "Rigoletto", die Titelpartie in Donizettis "Lucia di Lammermoor" und Marie in dessen "La fille du régiment", und Martha in Flotows gleichnamiger Oper zählten, absolvierte auch sehr erfolgreiche Gastspiele (u. a. 1882 in St. Petersburg und an der Mailänder Scala, 1888 in Moskau und am Prager Nationaltheater).

1903 bis 14 unterrichtete sie an der Münchner Akad. der Tonkunst, 1914 bis 1928 am Salzburger Mozarteum, womit ein wichtiger Schritt zur Hebung des Lehrangebots an dieser Anstalt getan worden war.