Rudolf Knoll

em.HProf.
* 1926     † 2007
von 1975 bis 1995 Professor (1975 o.HProf.) für Sologesang am Mozarteum Salzburg.





Rudolf Knoll wurde am 04.11.1926 in Bad-Bergzabern in der BRD geboren. Als Gymnasiast lernte er Geige u.a. an der Hochschule in Karlsruhe bei Prof. Stanske. Nach dem Militärdienst begann er, in München bei Edith Lukaschik privat Gesang zu studieren und hatte während der Ausbildungszeit ein Engagement in Regensburg. Er gastierte damals schon an der Staatsoper München als Marquise Poser und Luna. Nachdem er ein einjähriges Engagement am Staatstheater Oldenburg hatte, rief ihn 1956 Sawallisch nach Aachen; nach einer Reihe von zusätzlichen Auslandsgastspielen in dieser Zeit wurde er 1958/59 von den Salzburger Festspielen engagiert, um in der "Julietta" von Heimo Erbse (Welturaufführung) zu singen. Auf Empfehlung H. v. Karajans trat er von dort aus ein Engagement an der Oper Amsterdam an, um fremdsprachige Opern für das Repertoire zu erarbeiten. Mit der dort ebenso beginnenden M. Freni als Michaela sang er die Partie des Escamillo. In Zusammenhang mit einer Othello-Inszenierung, in der Knoll den Jago sang, engagierte ihn Dr. H. Graf an die Züricher Oper, um dort mit J. McCracken die Saison mit Othello zu beginnen. Von dort folgte er 1960 dem Ruf H. v. Karajans an die Staatsoper Wien, m in der gleichen Partie zu debütieren. Während der Wiener Zeit hatte er zahlreiche Gastverträge an der Stuttgarter Oper - u.a. in der letzten Inszenierung Wieland Wagners ("Lulu" von Alban Berg) - an der Römischen Oper, beim Edingbrough-Festival, in Mailand usw. 1965 sanger in Barcelona zusammen mit Monserat Caballe seinen in Wien neu erlernten Mandryka. In Genf sang er u.a. in einer Inszenierung von Wagners "Meistersinger von Nürnberg" und "Götterdämmerung".
1967 holte ihn Sir R. Bing an die Metropolitan Opera New York, wo er zahlreiche Bariton-Partien sang und bis 1874 neben seinem Engagement an der Oper viele Gastspiele in den USA und auf dem amerikanischen Kontinent gab, u.a. in San Francisco, Los Angeles und Buenos Aires
Nachdem Knoll seit 1970 im Rahmen der Internationalen Sommerakademie in Salzburg eine Klasse für Gesang leitete, nahm er 1971 einen Lehrauftrag am Mozarteum an. 1975 wurde er zum Ordentlichen Hochschulprofessor ernannt. Er gab Gastkurse in Genf am Conservatoire de Musique, in Schweden und an verschiedenen Universitäten in Amerika. Er versucht, seinen Schülern seine reiche Bühnenerfahrung zu vermitteln, wobei er ein besonderes Gewicht auf das Gebiet der Atmung legt. - Sein Repertoire umfasst die gesamte Lied- und Oberliteratur.
Auf Schallplatte nahm Knoll in Amerika einen Verdi-Zyklus auf, in Paris die "Winterreise" von Schubert. Zusammen mit P. Schilhawsky (Klavier) sag er "Schwanengesang" und "Die schöne Müllerin" von Schubert. In einer Aufnahme von Wagners "Ring der Nibelungen", die in Chicago herausgebracht wurde, singt Knoll unter Swarowsky in "Götterdämmerung" die Partie des Gunther.