Paul Schilhawsky

o.HProf.
* 1918     † 1995
von 1961 bis 1989 Professor (1970 O.Prof.) für Liedeinterpretaion und Oratorium am Mozarteum Salzburg
von 1971 bis 1979 Erster Rektor der Hochschule Mozarteum Salzburg



Paul Schilhawsky wurde am 09.11.1918 in Salzburg geboren. Nach der Ablegung der Matura am Theresianum in Wien 1936 studierte er am Mozarteum Klavier bei Prof. Franz Ledwinka, von 1940 bis '42 Dirigieren bei Prof. Clemens Krauss, 1939 bis '42 an der Universität München bei den Professoren Rudolf von Ficker, Arthur Kutscher und Janzen Kulturwissenschaften. Seine künstlerische Laufbahn begann Schilhawsky mit der Tätigkeit eines Korrepetitors am Salzburger Landestheater, wo er anschließend von 1945 bis '48 Opernkapellmeister wurde. Gleichzeitig und später in verstärktem Maß gab Schilhawsky zahlreiche Konzerte als Solist, Kammermusiker und Begleiter in beinahe ganz Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nord-, Mittel-, und Südamerika. Zusammen mit Karl Heinz Franke konzertierte er über 20 Jahre als Mozarteum-Duo.

Auf Schallplatte hat er große Werke der Klavierliteratur eingespielt, u.a. einen Großteil der Werke Chopins, Brahms' Klavierkonzert Nr. 1, eine Reihe von Mozart-Klaviersonaten, Schumanns "Papillons", "Kinderszenen" und "Waldszenen". Auch Kammermusik und Lieder hat Schilhawsky (Klavierpart) auf Schallplatten aufgenommen.

Neben dem Konzertieren hat sich Schilhawsky schon früh für die Weitergabe der Kunst an junge Menschen interessiert. In den Wintermonaten 1948 bis '50 gründete er in Lissabon die 1. Opernschule in Portugal. 1949 als Korrepetitor ans Mozarteum engagiert, übernahm er 1951 bis '58 die Leitung der Opernklasse. 1952 bis '59 hatte Schilhawsky auch eine Klavierklasse, anschließend bekam er eine Klasse für Liedinterpretation und wurde Fachgruppenvorstand für Gesang. 1960 wurde ihm der Titel Professor verliehen worauf 1961 die Ernennung zum Professor, 1964 zum AO. und 1970 zum O. Hochschulprof. folgte.

Das deutschsprachige Kunstlied in seiner ganzen Komplexität ist neben Klavierbegleitung und Kammermusik eines von Schilhawsky Spezialgebieten. Auch theoretisch hat er sich mit diesem Thema beschäftigt ("Deutsche Dichter - Österreichische Komponisten"; "Probleme der Liedinterpretation").
Seine Bemühungen, den besonderen Ansprüchen seiner Studenten gerecht zu werden, d.h. auf spezielle, in jedem Fall gegebene Stärken und Schwächen einzugehen, sind die Umsetzung von Schilhawskys erstem Grundsatz jeder pädagogischen Tätigkeit: Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung neben der Vermittlung musikalischer und stilistischer Kenntnisse.

Mit der Umwandlung der Akademie Mozarteum in eine Hochschule 1971 wurde Schilhawsky zum Rektor gewählt und übte dieses Amt 8 Jahre lang aus. Aufgrund seines weltweiten Wirkens ist Schilhawsky seit Jahrzehnten wiederholt Kursleiter in vielen Städten Europas für die Fächer Liedinterpretation, Oper (vorwiegende Mozart), Klavier und Klavierbegleitung. So leitete er Meisterklassen in Lissabon, Paris, Barcelona, Athen, Zürich, Arhus, Kopenhagen, Salo (Tarragona), Tokio, Stellenbosch (Südafrika) und bei der Brüsseler Weltausstellung 1958.

Bereits seit 1950 war Schilhawsky bei der Internationalen Sommerakademie Mozarteum, zuerst an der Opernschule als Leiter der Ensemblegruppe, tätig und übernahm von 1972 bis '82 die Leitungsfunktion. Seit 1959 hielt er jährlich einen Kurs für Liedinterpretation.

Er wurde mit dem großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Für seine zehnjährige Tätigkeit als Leiter der Internationalen Sommerakademie bekam er den gläsernen Becher mit persönlicher Widmung des Landeshauptmannes. Seit dem 12. November 1985 ist Schilhawsky Ehrenmitglied der Universität Salzburg und am 16. Januar 1991 bekam er die Wappenmedaille in Gold der Landeshauptstadt Salzburg verliehen.

Paul Schilhawsky verstarb 1995 in Paris.

Foto © Photo Ellinger Salzburg