Gerhard Wimberger

em.o.Univ.Prof.
* 1923     † 2016
von 1959 bis 1999 Professor (1969 O.HProf., em. 1991) für Komposition an der Universität Mozarteum Salzburg
seit 1992 Ehrenmitglied der Universität Mozarteum Salzburg




Gerhard Wimberger wurde 1923 in Wien geboren. Von 1940 bis 1947 studierte er am Mozarteum Salzburg (Komposition bei Cesar Bresgen und Johann Nepomuk David, Dirigieren bei Clemens Krauss und Bernhard Paumgartner). Von 1947 bis 1951 wirkte er als Korrepetitor und Kapellmeister an der Wiener Volksoper und am Salzburger Landestheater, von 1949 bis 1953 war er zudem Mitarbeiter der Salzburger Festspiele. Von 1953 bis 1981 war er als Leiter der Dirigentenklasse an der Akademie (seit 1970 Hochschule, seit 1998 Universität) Mozarteum tätig und leitete von 1968 bis 1991 eine Kompositionsklasse.

Bedeutsam war sein Engagement für die Salzburger Festspiele, deren Direktorium er von 1971 bis 1991 angehörte. Wimberger war ab 1977 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Von 1990 bis 1998 stand er der Verwertungsgesellschaft AKM als Präsident vor. Als Dirigent und als Jurymitglied war Wimberger international tätig. Seine Werke wurden in vielen Ländern durch namhafte Orchester (u. a. Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker, Münchner Rundfunkorchester) unter bekannten Dirigenten (u. a. Herbert von Karajan) und von hochrangigen Solisten und Ensembles (u.a. Alban Berg Quartett) aufgeführt. Ab 2006 war Wimberger Mitglied des Beirates der Giordano Bruno Stiftung, die sich als "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung" versteht und nach jenem italienischen Kirchenkritiker benannt ist, dem auch Wimbergers Passion "Giordano Bruno" (2007) gewidmet ist. Sein Schaffen umfasst nahezu alle Gattungen von der Kammermusik über Lieder und Chorwerke bis zum großen Orchesterwerk - von seinen zahlreichen Bühnenwerken seien "Schaubudengeschichte" (1953), "Dame Kobold" (1964), die szenische Chronik "Fürst von Salzburg - Wolf Dietrich" (1987) und die Oper "Paradou" nach Émile Zola (1981/1985) genannt.

Wimberger versuchte in seinem OEuvre die Kluft zwischen U- und E-Musik zu überbrücken. So verwendete er schon früh Elemente des 'cool jazz', später integrierte er auch die Klangwelt digitaler Synthesizer. Sein künstlerisches Credo formulierte Wimberger so: "Ich versuche, die auf mich einwirkenden Kräfte von Tradition, Gegenwart und Fortschritt auszubalancieren, meine Arbeit frei von modischen Attitüden zu halten, meine musikalischen Gedanken selbst so klar zu denken, dass sie auch von anderen verstanden werden und im weiten Feld der künstlerischen Inhalte zwischen Ernst und Heiterkeit ein breites Gebiet zu bestellen." Der Komponist, der auch als Autor hervortrat ("...nicht nur Musik. Musikerleben - Festspieljahre - Begegnungen - Gedanken", 1997), erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den österreichischen Staatspreis für Musik oder das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg.

Gerhard Wimberger verstarb am 13. Oktober 2016 in Salzburg.