Peter Prandstetter

em.o.Univ.Prof.
1976 - 1993 Hochschulprofessor für Malerei und Grafik



Peter Prandstetter wurde am 16.07.1925 in Heiligenkreuz bei Hall (Österreich) geboren. Nachdem er einige Jahre an Volks- und Hauptschulen unterrichtet hatte, entschloss er sich zu einem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Professoren S. Pauser und H. Boeckl. Nach Ablegung seines Diploms, das mit den ?Staatspreis? ausgezeichnet wurde, war er von 1960 bis 1976 Kunsterzieher an Gymnasien, an der pädagogischen Akademie Innsbruck und am Institut für Zeichnen und Malen der Fakultät für Bauingeneurwesen und Architektur in Innsbruck. Im Zuge der Einrichtung einer Abteilung für Kunsterziehung an der Hochschule ?Mozarteum? 1976 wurde Prandstetter als O. Hochschulprofessor für Malerei und Grafik an die genannte Abteilunge berufen. Prandstetter sagte einmal, Martin Bubers Satz: ?Kunst ist Werk und Zeugnis der Beziehung zwischen der Substantia humana und der Substantia rerum, das gestaltgewordene Zwischen? weise ihm seinen Platz als Lehrer zu.
Prandstetter verlebendigt als Künstler ständig die unterschiedlichen Dinge, an denen er in sensiblen Aquarellen oder mit seiner ihm eigenen Zeichentechnik die Vielschichtigkeit der Vorkommnisse aufdeckt. Nicht die Sensation oder das stark Markierte interessiert ihn, sondern ? ausgehende von der eigenen Sichtweise ? das Perspektivierte. 1969 begann er mit Reihen wie z.B. ?Gläser und Insekten?, ?A B C?, ?Fliegendes?, ?Kriechendes?, ?Schwimmendes?, ?Tastzeichnungen? u.a. 1978 entstanden entstanden 151 Blätter ?Die Schönheit des Vergehens?. In einer Anzahl eigenwilliger Hinterglasbilder kann man seine Möglichkeiten der Abweichung einmal von traditioneller Hinterglasmalerei und andererseits vom an das Papier gebundene Aquarell studieren. Er gestaltete 7 Glasfenster in der spätgotischen Pfarrikriche Heiligkreuz (Hall). 1980-1982 entstanden fünf Malbücher (ca. 250 Blätter) mit Aquarellen. Seine Gedanken drücken sich in der weitgespannten Feingliedrigkeit seiner Blätter aus. Leitmotivisch kehr die Rhythmusproblematik, das Ineinandergreifen der Phänomene (z.B. Kopf und Nussschale) wieder. Eine lebendige Stille in Raum und Zeit könne man als sein übergreifendes Thema sehen.
1957-66, 1970, 1971 und 1974 erhielt Prandstetter Preise bei österreichischen Graphikwettbewerben. 1979 wurde ihm der große Preis der Salzburger Wirtschaft für Graphik zuerkannt. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, z.B.: 1969 Galerie Würthle, Wien; 1971 Galerie im Taxispalais in Innsbruck; 1974 Galerie Krinzinger; 1975 und 1977 Galerie Bloch; 1978 und 1980 Galerie Annasäule ? alle Innsbruck; 1979 Museumspavillon, Salzburg und Salzburger Museum Carolino Augusteum; 1980 Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz.

Bibliographie:
Peter Prandstetter. Zeichnungn 1955-1979. Hg. B. Peter Weimair, Innsbruck 197
Peter Prandstetter in: Das Fenster , Heft 10, S. 855ff.
Peter PRandstetter in: Eva Kreuzer.Eccel. Malerei und Graphik in Nord-Ost-Südtirol nach 1945. Athesia 1983