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DIE UNIVERSITÄT MOZARTEUM SALZBURG

Die Universität Mozarteum bietet über 40 künstlerische und pädagogische Studienrichtungen aus den Bereichen Musik, Darstellende und Bildende Kunst an. An die 1.600 junge Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt erfahren hier eine umfassende Ausbildung in zahlreichen Instrumentalfächern, in Komposition, Dirigieren, Gesang, Musiktheater, Schauspiel, Regie, Bühnenbild, Musik- und Tanzpädagogik, Kunst- und Werkpädagogik sowie in Musikpädagogik und Musikwissenschaft.

500 Lehrende, viele davon international bekannte KünstlerInnen und PädagogInnen, geben ihr Wissen und ihre Kunst weiter und erfüllen die Universität mit lebendiger Auseinandersetzung. Die Geschichte des Mozarteums reicht bis ins Jahr 1841 zurück und wurde von herausragenden Persönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Clemens Krauss, Paul Hindemith, Carl Orff, Nikolaus Harnoncourt und Sándor Végh geprägt.

Die Universität Mozarteum Salzburg sieht es als ihre Aufgabe, zur Entstehung und Interpretation, Reflexion und Vermittlung von Kunst und künstlerischer Praxis wesentliche Beiträge zu leisten. Zentrales Anliegen ist die optimale, möglichst individuelle Förderung ihrer Studierenden.

Neben der traditionellen Rolle als exzellente Ausbildungsstätte hat sich die Universität Mozarteum Salzburg als vollgültiger Kulturbetrieb positioniert und trägt mit zahlreichen Veranstaltungen von Studierenden und Lehrenden zum Salzburger Kulturleben bei. Im Umfeld der intensiven Studien in einer musikoffenen Umgebung beginnen hier die Netzwerke für spätere berufliche Karrieren.

Die Universität Mozarteum Salzburg nimmt als künstlerisches, pädagogisches und wissenschaftliches Zentrum gleichermaßen regionale und internationale Aufgaben war. Im internationalen Austausch von Lehrenden und Studierenden, Stipendienprogrammen, Austauschkonzerten und gemeinsamen Projekten pflegt das Mozarteum weltweite Beziehungen zu befreundeten Musik- und Kunsthochschulen.

Gründung 1841

Die Geschichte der Universität Mozarteum Salzburg geht bis auf das Jahr 1841 zurück. Zum fünfzigsten Todestag Wolfgang Amadeus Mozarts wurden in Salzburg der Dommusikverein und das Mozarteum gegründet. Dies geschah zu einer Zeit, in der es um die Pflege der Musik in Salzburg schlecht bestellt war, vor allem auch aus Mangel an entsprechendem Nachwuchs an Instrumentalisten:
"Der Chor (...) wurde vom Orchester übertönt, das durchaus zu laut spielte (...) die besten Spieler waren die drei Posaunisten - der nächste beste war der Kontrabassist (...). Am Geburtsort des wunderbarsten Komponisten, der je gelebt, ist die Musik tatsächlich in einem Zustand traurigen Verfalls" (Vincent und Mary Novello anlässlich ihres Salzburg-Besuchs 1826, aus den Aufzeichnungen des Reisetagebuchs "A Mozart Pilgrimage").

Aufschwung durch Ausbildung

Das Mozarteum sollte einen Aufschwung herbeiführen, zunächst war es in erster Linie als Konservatorium zur Heranbildung junger Musiker für den kirchlichen Dienst am Salzburger Dom gedacht. Zu den Gründungszielen zählte auch die Veranstaltung von Konzerten, dazu mussten Musiker engagiert und vor allem entlohnt werden. Des Weiteren wurden Stipendien an begabte Studenten des Konservatoriums verteilt.

Internationale Stiftung Mozarteum

Im Jahr 1870 wurde schließlich die Internationale Mozartstiftung zur Förderung begabter Musiker ins Leben gerufen. 1880 wurde nach den früheren einfachen Schulformen die Öffentliche Musikschule Mozarteum gegründet, welche ein Jahr darauf von der Internationalen Mozartstiftung übernommen wurde, die zugleich ihren Namen in Internationale Stiftung Mozarteum änderte. Diese Stiftung verwaltete neben der Musikschule ein Orchester (das spätere Mozarteum Orchester Salzburg) sowie einen Fonds zur Unterstützung talentierter und hilfsbedürftiger Musiker.

Eigenständige Ausbildungsstätte seit 1914

1914 wurde die Öffentliche Musikschule Mozarteum als Konservatorium mit Öffentlichkeitsrecht anerkannt. 1922 wurde das Konservatorium aus Kostengründen verstaatlicht und 1939 in die Reichshochschule Mozarteum umgewandelt. Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Mozarteum vorübergehend unter dem Titel "Musikhochschule" weitergeführt. 1953 wurde die Musikhochschule zur Akademie für Musik und darstellende Kunst "Mozarteum" in Salzburg. 1970 wurde die Akademie wiederum zur Hochschule ernannt. 1998 ging schließlich aus der ehemaligen Musikschule die nun bekannte Universität Mozarteum Salzburg hervor.

3 x Mozarteum

Heute tragen neben der Universität Mozarteum Salzburg noch zwei weitere eigenständige Salzburger Institutionen den Namen "Mozarteum":

Die Internationale Stiftung Mozarteum, sie besteht gegenwärtig als privater unabhängiger Verein und ist vor allem in den drei Kernbereichen Konzerte, Museen und Wissenschaft tätig. Künstlerische Akzente werden mit der jährlich stattfindenden Mozartwoche und dem Festival Dialoge gesetzt, zwei Mozart- Museen sowie eine Autographensammlung mit rund 300 Mozart-Handschriften, die 2007 fertig gestellte "Neue Mozart Ausgabe" und die Arbeit an der "Digitalen Mozart- Edition" runden den Tätigkeitsbereich der Stiftung ab. (Online im Internet: http://www.mozarteum.at/)

Das Mozarteum Orchester Salzburg war ursprünglich eine freie Orchestergemeinschaft der Lehrenden und Studierenden der Öffentlichen Musikschule Mozarteum. 1908 wurde es erstmals als "Mozarteum-Orchester" bezeichnet, seit 1939 ist es eine selbständige Institution und seit 1958 Symphonieorchester von Stadt und Land Salzburg. Seit Herbst 2004 ist Ivor Bolton Chefdirigent des Orchesters. (Online im Internet: http://www.mozarteumorchester.at/)



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LITERATURHINWEIS

  • wagnerKarl Wagner
    Das Mozarteum. Geschichte und Entwicklung einer kulturellen Institution.
    Edition Helbling. Innsbruck. 1993.
    ISBN 3-900590-27-3



  • rechenauerRobert Rechenauer
    Das Mozarteum Salzburg. Wandel eines Ortes
    Müry Salzmann Verlag Salzburg-Wien 2015.
    ISBN 978-99014-111-3