2. Kursperiode

Gesang

20.07.2020 - 01.08.2020

Stanislaw Daniel Kotliński

Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch, Polnisch

Der polnische Bassbariton studierte zuerst in Danzig bei Barbara Braginska-Iglikowska, einer Pianistin und Mezzosopranistin aus Odessa, dann in seiner Wahlheimat Florenz bei den großen Koryphäen des italienischen Belcanto: Giorgio Favaretto an der Accademia Musicale „Chigiana“, Lajos Kozma und Fedora Barbieri. Später unterrichteten ihn Claudio Desderi in Fiesole und Rolando Panerai.
Er studierte zudem Literatur und Musikgeschichte an der Universität von Florenz und promovierte über Francesco Paolo Tosti und die „Romanza da Salotto italiana“.
Er sang bei vielen wichtigen Festivals wie Maggio Musicale Fiorentino, Estate Musicale Senese, Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano, Puccini Festival Torre del Lago, Festival della Valle d’Itria, Monte Carlo Festival, Mexico Festival, Luzern Zaubersee und Kissinger Sommer. Er trat in Opernhäusern in Polen, Deutschland, Frankreich, Monaco, Spanien, Holland, Belgien und Luxemburg auf. In Siena, Florenz, Neapel und Milano verkörperte er Figaro in "Figaros Hochzeit“, ebenso in „Barbier von Sevilla“. Er gab den Leporello (“Don Giovanni“) in Rom und Florenz, den Salieri in „Mozart und Salieri“. Er sang bei der italienischen Erstaufführung von „Moses und Aron“ unter Zubin Mehta, er war der erste italienische Eddy in der Oper von M.A. Turnage „Greek“, er war Donner in „Das Rheingold“ bei der 100-Jahr-Feier der legendären Waldoper in Sopot, Raphael in der „Schöpfung“ in Martina Franca, Bass in der „Krönungsmesse“ in Ravenna, sowie in der „Nelson-Messe“ und Rossinis „Petite Messe Solennelle“ in Monte Carlo und in Bad Kissingen.
Sein Repertoire nach dem Fachwechsel zum Bassbariton reicht von Bach bis Haydn und Beethoven, von Mozart bis Donizetti, von Rimskij-Korsakov zu Tschaikowsky, von Verdi bis Richard Strauss, Szymanowski und Penderecki.
Neben zahlreichen Liederabenden trat Daniel Kotlinski mit den Dirigenten Zubin Mehta, Carlo Maria Giulini, Bruno Bartoletti, Spiros Argiris, Wojciech Rajski, Lukasz Borowicz, Hans Werner Henze, Claudio Desderi, Pietro Rizzo, Jan Latham Koenig, Jacek Kaspszyk und Yaron Traub auf und arbeitete mit den Regisseuren Franco Zeffirelli, Jonathan Miller, Liliana Cavani, Derek Jarman, Lorenzo Mariani und Michael Hampe.
Krankheitsbedingt musste er für mehrere Jahre das Singen aufgeben und gründete in dieser Zeit die Syrinx-Kotlinski Management & Productions, eine internationale Musikproduktions-Gesellschaft. Bis 2009 arbeitete er mit Künstlern wie Domingo, Ricciarelli, van Dam, Mehta, Maisky, Ashkenazy, Levine und Penderecki, mit den Münchner Philharmonikern, Israel Philharmonic, Orchestre Philharmonique de Radio France, mit Teatro alla Scala und Maggio Musicale Fiorentino.
Er war künstlerischer Leiter und ist Musik-Experte der gemeinnützigen Stiftung „Romualdo Del Bianco“ für junge Künstler in Florenz und war dort erster Intendant des Konzertsaals „Teatro dell'Auditorium al Duomo“. Seit 1997 ist er Kuratoriums- bzw. Jury-Mitglied bei internationalen Gesangswettbewerben.
Daniel Kotlinski gab Konzerte in Florenz, Parma, Sankt Petersburg, im Royal Opera House Muscat/Oman mit Simone Kermes und Pretty Yende (als erster polnischer Künstler an der neuen Oper), mit der Mexico Philharmonie, dem NCPA National Orchestra in Beijing, beim Kissinger Sommer und in Berlin. Er sang Operngalas mit dem von Lorin Maazel gegründeten Qatar Philharmonic Orchestra. Mit Edita Gruberova, Sonia Ganassi, José Bros und Riccardo Zanellato sang Kotlinski in „Anna Bolena“ in München und im Wiener Musikverein. Beim 28. Kissinger Sommer-Festival war er „Artist in residence“.
Kotlinski hat seit 15 Jahren eine Gesangs-Professur und gilt als Spezialist für die slawische und italienische Gesangschule, gibt Meisterkurse in Italien, Deutschland, Polen, Russland, China und Amerika. Er unterrichtet in Danzig und an der Hochschule für Musik und Theater München.