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Ein künstlerisch-wissenschaftliches Projekt des Department für Tasteninstrumente und des Department für Musikwissenschaft der Universität Mozarteum Salzburg

Warum drei Jurys?

Das spieltechnische Niveau und das stilistische Wissen der jungen Pianistinnen und Pianisten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, so dass heutzutage bei Wettbewerben weitgehend nur noch subjektive Nuancen für die Juryentscheidung verantwortlich sind. Diese Entwicklung führt verstärkt zu dem Phänomen, dass eine Pianistin oder ein Pianist z.B. bei einem kleinen Wettbewerb die erste Runde nicht übersteht, dann aber kurz darauf bei einem großen Wettbewerb den ersten Preis erringt. Diese Tendenz läßt sich auch durch die Statistik der Alink-Argerich Foundation belegen. So kam es zur Überlegung, einmal dieselbe musikalische Interpretation gleichzeitig von mehreren Jurys bewerten zu lassen, um zum Einen eine höhere Objektivität zu erzielen und zum Anderen die Möglichkeit unterschiedlicher Resultate zu dokumentieren.

Was unterscheidet diesen Wettbewerb von anderen Wettbewerben und was ist der Vorteil für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

Die Teilnehmenden präsentieren sich drei hochkarätig besetzten Jurys, die unabhängig voneinander eine Wertung abgeben. Sie erhalten auf diese Weise ein dreifaches Feedback für ihre Darbietung und machen de facto drei Wettbewerbe in Einem. Dadurch haben sie die einzigartige Chance, von jeder Jury einen Preis zu erhalten. Wird am Ende eines Durchganges ein Teilnehmer auch nur von einer der Jurys positiv beurteilt, hat er sich für die nächste Runde qualifiziert.
Ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Klavierwettbewerben besteht auch in seiner Durchführung: Durch das Enspire Pro System können zwei Bösendorfer 280 VC Konzertflügel „online“ gehen - d.h. auf dem einen Flügel wird real gespielt, während der durch dieses System verbundene zweite Flügel das Gespielte zeitgleich und identisch in einem anderen Saal wiedergibt. In diesem Saal hört eine der drei Jurys das Gespielte eins zu eins, ohne die Teilnehmer zu sehen. Es werden also zwei Jurys im Solitär des Mozarteums die Pianistinnen und Pianisten visuell und akustisch erleben, während sie im Wiener Saal nur akustisch wahrgenommen werden.

Wissenschaftliche Begleitung

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte (IMRI). Die durch das Enspire Pro System gespeicherten Daten einzelner Einspielungen sollen in gezielten Einzelanalysen zu pianistischen Interpretation genutzt werden. Die Auswertung zum Diskurs und zu den Entscheidungsfindungen (Kriterien) der einzelnen Jurys werden in einer anschließenden Präsentation im Open-Access zugänglich gemacht und sollen in Folgeprojekte des IMRIs zur pianistischen Interpretationsforschung eingebunden werden.

ONLINE-ANMELDUNG
01.06.2018 - 31.08.2018


Kontakt

TEAM

  • Künstlerische Leitung:
    Klaus Kaufmann

  • Künstlerische Assistenz und Kandidatenbetreuung, Ansprechpartner für Detailfragen:
    Lei Meng

  • Wettbewerbsplanung:
    Iris Wagner,
    Henning Pankow

  • Wissenschaftliche Begleitung:
    Joachim Brügge,
    Rainer J. Schwob