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Tanz/Performance
Moses in der Wüste
Musik- und Tanzperformance
30.06.2018|19:00
01.07.2018|18:00
Großes Studio | Universität Mozarteum | Mirabellplatz 1 | 5020 Salzburg
Veranstalter: Orff-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik
im Rahmen der Lehrveranstaltung "Musik und Tanz in fächerübergreifenden Projekten"

Studierende des Orff-Institutes
Betreuung: Klaus Fessmann, Helge Musial
IM JAHRE 1966 erhielt Carl Orff einen Brief aus Lugano von einem Herrn, der sich als Professor der Universität Florida vorstellte und sich zugleich als sein Übersetzer ins Englische und Französische im Jahre 1964 in Erinnerung brachte. Dieser Übersetzer, Didier Graeffe, war nicht nur ein großer Bewunderer von Carl Orff, sondern selbst Komponist und leidenschaftlicher Pädagoge, ganz den Idealen des Humanismus verschrieben. Er widmete Carl Orff eine 370 Seiten starke Partitur mit dem Titel "Moses in der Wüste", die 2017 in einem Verwahrschrank im Orff-Institut unter einer dicken
Staubschicht wiederentdeckt wurde.

ES FOLGTE eine intensive Recherche durch die Studierenden des Orff-Institutes, die für diesen Abend biografische, musikalische und tänzerische Elemente zusammenfügten. Die Biografie Didier Graeffes - seine Emigration und Flucht vor den Nationalsozialisten in die USA, aber auch seine leidenschaftliche Pädagogik und Liebe zur Musik - wird weitergesponnen und zum Ausgangspunkt für eine szenische Auseinandersetzung mit dem Schicksal des Pädagogen und seiner Frau.

MOSES IN DER WÜSTE versucht, Parallelen zwischen dem Leben eines Komponisten und den politischen Gegebenheiten seiner Zeit - so wie auch zu aktuellen politischen Bewegungen - zu ziehen. Der Wunsch dazuzugehören und das Streben nach einem glücklichen Leben verbieten es uns, Zweifel und Probleme offen anzusprechen. Wir bleiben alleine und sind doch umgeben von Menschen, begrenzt durch unsere eigene Angst vor der Wahrheit! Wie kommt es, dass wir uns in unserem eigenen Körper oder unserem eigenen Land "fehl am Platz" fühlen? Wieso spielen insbesondere Themen der Akzeptanz und Zugehörigkeit immer wieder eine so große Rolle in unserer Gesellschaft? Wie bringen wir den Mut auf, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben? Was bleibt uns anderes übrig, als weiter nach dem einen sicheren Ort für uns zu suchen?
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