Geboren 1959 im nordwestdeutschen Westerstede, erhielt Rolf Plagge im Alter von sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht.
Noch während der Schulzeit begann er sein Studium als Jungstudent ander Musikhochschule Hamburg bei Prof. Peter-Jürgen Hofer. Nach dem Abitur trat er in die Klasse von Prof. Vitaly Margulis an der Musikhochschule Freiburg/Breisgau ein. Dieser legte die Grundlage für eine ausgereifte Technik und eröffnete Plagge die ganze Bandbreite der russischen Klavierliteratur. Später, ab 1981, setzte er seine Studien bei Prof. Paul Badura-Skoda an der Musikhochschule Wien fort.
Mit Hilfe eines Auslandstipendiums der deutschen Studienstiftung studierte er 1983 in der Klasse von Gyorgy Sandor an der Juilliard School of Music in New York. 1991 schloss Plagge sein Studium in der Klasse von Prof. Karl-Heinz Kämmerling an der Musikhochschule Hannover mit dem Solistenexamen ab.

Rolf Plagge ist Gewinner vieler Wettbewerbspreise im In- und Ausland. So konnte er u.a. fünfmal in Folge den Hamburger Steinway-Wettbewerb für sich entscheiden. 1979 gewann er seinen ersten internationalen Preis: im italienischen Klavierwettbewerb in Senigallia. Preise im Busoni-Wettbewerb 1980 in Bozen, 1981 im ARD-Wettbewerb in München, 1984 im Gina Bachauer-Wettbewerb in Salt Lake City, 1987 im Concours Reine Elisabeth in Brüssel folgten. 1990 schaffte er es, im Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb als erster deutscher Pianist einen Preis zu erkämpfen.

Plagge, der im oberbayrischen Saaldorf lebt, spricht fließend Russisch. Durch das Studium bei Vitaly Margulis, durch die russischen Sprachkenntnisse, aber auch damals bestärkt durch ein Vorspiel vor einer Kommission im Leningrader Konservatorium während einer Schulreise nach Moskau und Leningrad im Jahre 1977, fühlt er sich emotional besonders zum russischen Klavierrepertoire hingezogen.
Dazu widmet er sich verstärkt unbekannteren Klavierkonzerten (Barber op.38, Szymanowsky op.60, Weiske op.20, Henze) sowie speziell dem Gesamtklavierwerk von Szymanowsky.

Seit 1991 leitet Rolf Plagge an der Universität Mozarteum als Universitätsprofessor eine Klavierklasse in der Abteilung für Tasteninstrumente.

Seine Konzertreisen führen ihn in alle Teile der Erde, besonders nach Südamerika, Südkorea und Japan, wo er regelmäßig Klavierabende und Meisterklassen gibt.

Mit dem Kollegen Wolfgang Manz baute er seit 1988 das inzwischen in aller Welt renommierte „Klavierduo Königin Elisabeth“ auf, mittlerweile sind fünf CDs mit besonders ausgefallenem Repertoire, vor allem von russischen und armenischen Komponisten auf dem Markt erschienen. Das Duo widmet sich speziell den eigenen Transkriptionen von Strawinskys Balletten "Petruschka", Le Sacre du Printemps" und "Der Feuervogel" sowie unbekannterem Repertoire für 2 Klaviere von Tscherepnin, Khatschaturjan und anderen Meistern. „Beruflich stellt mir das Duospiel so viele neue Aufgaben, die Bereicherung durch neue künstlerische  Erfahrungen bei dem unüberschaubaren Repertoire ist so vielfältig und wunderbar, dass ich das Duospiel für mein ganzes Leben beibehalten möchte. Die Zusammenarbeit mit Wolfgang Manz stellt sich für mich als ein großer Glücksfall dar.“ Zu den Einspielungen etwa bei THOROFON und CORDARIA (jeweils zwei CDs) schreibt das Magazin „Fono Forum“: … „entwickeln Plagge und Manz höchste Handwerkskunst und klangliche Raffinesse, ein Fest ständig wechselnder Stimmungen und Farben bei mitreißender Motorik…

Plagges CD-Einspielungen sind zum Teil sehr wenig bekanntem Repertoire gewidmet, so z. B. dem zweiten Klavierkonzert von Hans-Werner Henze oder auch den Klavierkonzerten des tschechischen Komponisten Georg Benda, mit dessen zweiten Klavierkonzert g-Moll eine CD bei ES-Dur vorliegt. Eine weitere Einspielung bei TACET mit Werken von Franz Liszt wurde von allen Medien mit hervorragenden Kritiken aufgenommen. Bei den Labels AULOS und MOZARTEM RECORDS liegen Einspielungen mit den Klavierwerken von K. Szymanowsky vor. Ebenso ist bei Musicaphon eine CD mit mehreren Werken der Kammermusik von Ludwig Spohr mit dem Pallas-Trio (mit Katrin Rabus und Wolfram Geiss) erschienen.

Auf dem Gebiet der Kammermusik beschäftigt sich Plagge vornehmlich mit dem Violinrepertoire der Klassik und Romantik. In Belgien und Italien hat er mit dem amerikanischen Geiger Andrew Hardy die Violinsonaten von Beethoven mehrmals aufgeführt, mit dem Mozarteumskollegen Christos Kanettis diverse Werke von Strawinsky und Szymanowsky.